Dezember 08, 2020

Topic, Trends

Wie das Jahr 2020 auch unsere Werte verändert hat

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Luisa Kuschetzki
Client Service / Rebernig Brand Design

Seit 2009 wird der deutsche Werte-Index – die größte Social-Media-Studie zum Wertewandel – auf zweijähriger Basis von den Herausgebern Professor Peter Wippermann und Jens Krüger veröffentlicht. Rund 3,3 Millionen Postings in deutschsprachigen Social-Media-Kanälen wurden daraufhin untersucht, wie Nutzer zehn grundlegende gesellschaftliche Werte diskutieren. 2020 ist Gesundheit zurück auf dem ersten Platz des Werte-Index. Familie folgt auf Platz 2 und Erfolg auf Platz 3. Der Wert Natur fiel von Rang 1 auf Rang 7 ab. 

Soziale Medien vermehrt Raum für öffentliche Diskussionen
Der Werte-Index zeigt auf, dass es in aktuellen Diskussionen immer weniger um alltägliche Dinge des Lebens oder Lifestyle-Themen geht, sondern politische Themen immer weiter in den Fokus rücken. Dies zeigt sich besonders beim Wert Natur, dem Verlierer im Jahre 2020. Der Wert hat seine Ursprünglichkeit und Schönheit aus den Vorjahren verloren. Er wird immer kritischer betrachtet und mit politischen Forderungen verbunden. Umwelt- und Klimaschutz werden jedoch weiterhin deutlich kritischer von der Generation Y als den älteren Generationen diskutiert. 

An der Spitze des Werte-Index
Der Wert Gesundheit war für die Deutschen schon immer einer der wichtigsten Werte. Besonders häufig werden in diesem Zusammenhang Selbstdiagnose und -therapie diskutiert. Ein weiteres beliebtes Gesprächsthema sind alltägliche, aber als bedeutsam wahrgenommene Momente mit der eigenen Familie. Auch Konfliktpotenziale werden öfter besprochen. Der Aufsteiger des Werte-Index 2020 ist der Wert Erfolg. Er klettert von Rang 6 auf Rang 3. Besonders politische Erfolge konnten eine höhere Beliebtheit in der Themenliste verbuchen. 

Corona Update
Ein Update des bereits im Februar 2020 veröffentlichten Werte-Index brachte interessante Informationen über den Wertewandel durch Corona. Der Trend hin zur Politik und weg vom Lifestyle wurde durch die Coronakrise noch einmal deutlich verstärkt. Natürlich hat der Lockdown Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse beschleunigt. Das Zusammentreffen der beschleunigten Digitalisierung und sozialer Distanz resultierte in einem neuen Verständnis von Individualität. Konsumenten möchten in vielen Dingen unabhängiger von anderen sein. Womit immer höhere Anforderungen an individuellere Produkte und Dienstleistungen gestellt werden. Die Selbstermächtigung ist ein weiteres Produkt der komplexen und unsicheren Welt, in die die Coronakrise uns führte. Um handlungsfähig zu bleiben, versuchen Konsumenten unabhängiger zu werden, was die DIY- oder Right-to-Repair-Bewegung zeigt. Aber auch das Hinterfragen des Sinns des eigenen Handelns und des Zwecks eines Unternehmens wurde 2020 verstärkt. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen sich klar positionieren und den eigenen Beitrag erkennen, umsetzen und kommunizieren. 

2020 war das Jahr der großen Fragen. Beim Krisenmanagement ging es um gezieltes Hinterfragen – eine Reflexion auf ganzer Ebene. Konsumenten sehnten sich mehr denn je nach Ehrlichkeit und einer sachlichen, authentischen Kommunikation auf Augenhöhe. 

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